Halenstrasse: 
Aktualitäten ab Schliessung 13. Dezember 2009:
  • -> Geschichtliches unten
  • -> Details zur früheren Problematik aus Velosicht


13.12.2009: Schliessungsbeschluss endlich umgesetzt.

Aber das passt nicht allen:
Schon jahrelang nörgeln Vertreter aus Gemeinden nördlich Berns am mehrfach und von (bürgerlichen) Kantons- und Stadtregierungen beschlossenen, vom Stimmvolk bewilligten Entscheid herum. 
Unglaublich, mit welcher Penetranz ein "Komitee" ausgerechnet jetzt, wo eigentlich alles klar ist, die grosse Oppositionskelle schwingt und sogar Drohungen ausspricht.
-> Reaktion von Pro Velo Bern (Medienmitteilung)
 

Jan. 2010:

Das Komitee "möchte mit intelligenten Massnahmen die Vernunft wieder über die Juristik stellen". (Zitat ab der Website)
Unter den 7 konkreten "intelligenten Massnahmen", die gemäss Flugblatt geprüft würden, steht als erstes
- eine finanzpolitische Drohung, ferner
- drei "Abklärungen", und 
- drei juristische Klagen auf Schadenersatz.

Soviel zur "Vernunft über der Juristik"...
 

23. Jan. 2010:

In dieser Woche wurde die Schranke durch Vandalen zerstört.
Gedanken dazu äussert ein Leserbriefschreiber unten.
Im März wurde die Schranke schon wieder umgefahren, auch dies wohl nicht einfach ein "Unfall". Erst im Juli wird sie wieder montiert.
Gegen das Umfahren (nicht gegen das UMfahren) der Schranke hat die Stadt diverse Granitblöcke neben die Schranke plazieren müssen.

Die Polizei macht regelmässig "erfolgreich" Durchfahrtskontrollen. Trotzdem und wohl wegen der fehlenden Schranke:
 

Mai: Unfall mit Fahrerflucht

Am 20. Mai wurde ein Velofahrer durch einen Autofahrer auf der Halenstrasse bei einer Streifkollision zu Fall gebracht. Der Fahrer des Wagens fuhr weiter, ohne anzuhalten. Der Velofahrer verzichtete mangels Zeugen, aufgrund der "spurlosen" Kollision und nur kleiner Verletzungen auf eine Anzeige.
 

August 2010:

ewb wird wegen der neuen KVA im Wald eine Abwasser- und Dampfleitung zur ARA Neubrück bauen. Zudem eine Gas-Hochdruckleitung zur Lichtung Eymatt/Forsthaus.
Deshalb wurden diverse Rodungen durchgeführt, so auch entlang der Halenstrasse. Diese wird aber nicht etwa verbreitert, sondern als Baupiste benutzt. 
Deshalb gibt es dann ab Baubeginn erschwerte Bedingungen für für Velos und Postautos!

Zudem werden rund zwei Jahre lang diverse Waldweg gesperrt, also auch für Velos und Fussgänger unpassierbar. So der Weg ab Halenkreisel in der Länggasse über die Autobahn Richtung Glasbrunnen und auch der beliebte "Veloanschluss" Forsthauskreuzung Richtung Glasbrunnen.

 

"Der Bund" 28.1.2010:
Velojournal 1/2010:

 
 

Der Bund: 1995-09-28   LESERBRIEF

HALENSTRASSE / Definitive Sperrung 
Jetzt jaulen sie wieder 

Und wieder jaulen sie auf, die Gemeinder?te der Gemeinden nördlich von Bern. Allen voran jene von Meikirch und Kirchlindach. Wen vertreten eigentlich diese Leute? Gibt es da wirklich nur Autofahrer und keine Fussg?nger, Velofahrer, Postauto-Ben?tzer? Der Egoismus dieser Autolobby ist nun wirklich nicht mehr zu ?berbieten, geht es doch heute darum, ein Versprechen einzul?sen, das anl?sslich des frevelhaften Autobahnbaus quer durch den Bremgartenwald abgegeben worden ist. Jetzt reicht's! 
TONI KUSTER, Bern



Der Bund: 1995-10-12

Streit um Halenstrasse geht weiter

Die Auseinandersetzungen um die Schliessung der Halenstrasse nehmen kein Ende: Gegen den Entscheid der Stadt Bern, allf?lligen Beschwerden die aufschiebende Wirkung zu entziehen, sind sechs Beschwerden eingegangen. 

msu. Ende September gab der Berner Gemeinderat bekannt, er werde die Halenstrasse durch den Bremgartenwald nach dem einj?hrigen Versuchsbetrieb Anfang Oktober endg?ltig f?r den motorisierten Privatverkehr sperren. Um die Sperrung tats?chlich durchf?hren zu k?nnen, entzog die Stadt Bern allen Beschwerden die aufschiebende Wirkung. Dagegen sind beim Regierungsstatthalter nun sechs Beschwerden eingegangen. Sie stammen von Privaten, zwei Firmen sowie dem Lindenhofspital, das sich vom entstandenen Mehrverkehr auf der Bremgartenstrasse gest?rt f?hlt.

Keine Beschwerde gef?hrt haben die Gemeinden der n?rdlichen Agglomeration. Kirchlindach und Wohlen war bereits im letzten Jahr in dieser Sache das Beschwerderecht abgesprochen worden. Die Stadt Bern hat nun bis zum 20. Oktober Zeit, um bei Regierungsstatthalter Sebastian Bentz eine Beschwerdeantwort einzureichen. Wann Bentz einen Entscheid treffen kann, h?ngt davon ab, ob es einen zweiten Schriftenwechsel gibt oder nicht. Unabh?ngig davon wird die Halenstrasse weiter f?r juristische Auseinandersetzungen sorgen: Die sechs Parteien haben n?mlich auch gegen die eigentliche Sperrung Beschwerden eingereicht.



Der Bund: 1995-10-23

Leserbrief

Bei der seinerzeitigen Planauflage der Autobahn im Bremgartenwald wurde durch das Burgerliche Forstamt Bern in äusserst zähen Verhandlungen die bestm?gliche Linienf?hrung erreicht. Trotzdem musste mit Bedauern festgestellt werden, dass die Erholungsfunktion des Waldes infolge Rodungen durch den Autobahnbau (Bremgarten 44 ha) sich einschneidend verringerte und dass L?rm- und Abgaseinwirkungen angrenzende Gebiete nach Inbetriebnahme stark beeintr?chtigten.

Im Interesse der erholungssuchenden Bev?lkerung verlangte deshalb die Burgergemeinde die Aufhebung der verschiedenen Durchgangsstrassen, u. a. auch die der Halenstrasse . Vorleistung daf?r wurde bereits durch eine f?r den st?ndigen Verkehr zu schmal dimensionierte Autobahnbr?cke beim Forstzentrum erbracht. Ein Trottoir wurde der Br?cke als Provisorium angeh?ngt. Die Aufhebung liess auf sich warten, da von st?dtischer Seite her argumentiert wurde, eine solche k?nne erst nach dem Bau einer neuen Murtenstrasse mit direkter Verbindung nach Wohlen erfolgen.

Die jetzt endlich erfolgte Aufhebung der Halenstrasse als Durchgangsstrasse ist deshalb kein willk?rlicher Akt des Gemeinderates, sondern die l?ngst ?berf?llige Erf?llung einer Verpflichtung. Es erscheint anmassend, vom Gemeinderat der Stadt Bern zu verlangen, seine Verpflichtung gegen?ber der Stadtbev?lkerung zugunsten der ?im Gr?nen? lebenden und nur in die Stadt zur Arbeit fahrenden Bewohner nicht erf?llen zu sollen. Schliesslich w?hlt jeder seinen Wohnort mit allen positiven und negativen Seiten selbst. Je mehr Menschen in der Agglomeration wohnen und per Auto zur selben Zeit in die Stadt dr?ngen, um so gr?sser werden die Autoschlangen vor Ampeln und Kreuzungen. Dies rechtfertigt jedoch in keiner Weise die Forderung nach Wiederer?ffnung der Halenstrasse .

GOTTFRIED VON FELLENBERG, Muri
(damaliger Oberförster des burgerlichen Forstamtes, tsb)


Der Bund: 1995-10-28

Freie Fahrt auf der Halenstrasse

Das juristische Hin und Her um die Halenstrasse hat f?r einmal den Gegnern der Schliessung einen Sieg beschert: Die Halenstrasse, die Bern mit den nördlichen Agglomerationsgemeinden verbindet, ist ab sofort wieder offen. 

msu. "Der Regierungsstatthalter hat die Beschwerden gutgeheissen", bestätigte Berns Polizeidirektor Kurt Wasserfallen einen Bericht des Regionaljournals DRS von gestern abend. Als der Berner Gemeinderat Ende September beschloss, die Halenstrasse nach einem einj?hrigen Versuch definitiv zu sperren, entzog er allf?lligen Beschwerden die aufschiebende Wirkung. Dagegen sind auf dem Regierungsstatthalteramt wiederum sechs Beschwerden eingegangen, darunter diejenigen des Lindenhofspitals und des letztj?hrigen Pr?sidenten des Grossen Rates, Alfred Marthaler.

Ihnen hat Regierungsstatthalter Sebastian Bentz nun recht gegeben. In der Begr?ndung habe er darauf verwiesen, die Beschwerden k?nnten bis vor den Bundesrat gezogen werden und das Hauptverfahren k?nnte sehr lange dauern, sagte Kurt Wasserfallen gegen?ber dem ?Bund?. Aus dem Entscheid, den Beschwerden eine aufschiebende Wirkung zuzugestehen, ergebe sich nun die Tatsache, dass die Stadt Bern die Halenstrasse wieder ?ffnen m?sse, selbst wenn sie das Urteil von Sebastian Bentz an den Regierungsrat weiterziehen wolle.

Allerdings hat Kurt Wasserfallen noch nichts unternommen, um die Schilder, welche die Sperrung signalisieren, entfernen zu lassen. Der Polizeidirektor will die neueste Entwicklung n?chsten Mittwoch im Berner Gemeinderat besprechen, der gesamthaft ?ber einen m?glichen Weiterzug oder einen ?bungsabbruch entscheiden wird.

Auch wenn die Halenstrasse von der Stadt Bern formell noch nicht wieder ge?ffnet worden ist: Aus dem Entscheid des Regierungsstatthalters ergebe sich klar, dass eine allf?llige Busse wegen Nichtbeachtens eines Fahrverbots keine Rechtskraft h?tte, f?hrte Kurt Wasserfallen aus.

Gegen die eigentliche Schliessung (und nicht nur gegen den Entzug der aufschiebenden Wirkung) wehren sich in den Gemeinden Bremgarten und Kirchlindach zahlreiche Personen und Firmen. Eine Kollektivbeschwerde ist von nicht weniger als 31 Personen unterzeichnet worden. Die Beschwerdefrist ist gestern abgelaufen.


Der Bund: 1995-11-03

KURZ BERICHTET
Halenstrasse : Erster Unfall nach Öffnung 

pdb. Erster Unfall nach der (provisorischen?) Wiedereröffnung der Halenstrasse : Gestern Donnerstag morgen, kurz vor 7.30 Uhr, kollidierte ein 29jähriger Autofahrer auf der Kreuzung Halenstrasse /Brückbodenstrasse mit einem vortrittsberechtigten, von der Halenbrücke herkommenden, stadteinwärts fahrenden Automobilisten. Während die beiden Autofahrer unverletzt blieben, erlitt eines der Fahrzeuge Totalschaden. Nur knapp drei Stunden später ereignete sich ganz in der Nähe ein weiterer Unfall, der Sachschaden von 50 000 Franken verursachte. Bei der Kreuzung Neubrückstrasse/Bremgartenstrasse übersah eine 60jährige Autofahrerin beim Linksabbiegen einen entgegenkommenden Lieferwagen. Verletzt wurde niemand, jedoch wurden beide Fahrzeuge komplett demoliert.


Der Bund: 1995-12-18

Leserbrief

HALENSTRASSE / Wiederer?ffnung 
Hoffen auf Schliessung

Vor etwas mehr als einem Monat wurde die Halenstrasse f?r Motorfahrzeuge infolge mehrerer Einsprachen provisorisch wiederer?ffnet. Ich befahre diese Strasse t?glich mit dem Velo auf dem Weg zur Arbeit. Meine pers?nliche Bilanz seit der Wiederer?ffnung der Strasse:

Die gem?tliche und entspannende Velofahrt zur Arbeit kann ich wohl bis zur endg?ltigen Schliessung der Strasse vergessen. Viele (nicht alle!) Autofah rer (innen) fahren aggressiv, und besonders nachts und bei Nebel mit ?bersetzter Geschwindigkeit.

Eine Trotzreaktion, weil jetzt die Strasse auch wieder f?r PWs ge?ffnet ist, oder rasen aus Freude daran, dass man jetzt wieder 5 Minuten fr?her in der Stadt ist? Inzwischen wurden diverse Tiere angefahren und get?tet, und es gab mindestens zwei von Autofahrern verursachte Velo-Autounf?lle.

Besonders heikle Situationen entstehen auf der Br?cke ?ber die N1, wenn Autofahrer trotz Sicherheitslinie noch schnell einen Velofahrer ?berholen und gleichzeitig ein Auto entgegenkommt.

Ich danke hiermit dem Gel?ndefahrwagen, welcher mich gestern abend kurz vor der Br?cke in Richtung Bern ?berholte und wegen eines entgegenkommenden Postautos von der Strasse abdr?ngte.

Ich hoffe, dass Auto- und Postautofahrer in Zukunft viel r?cksichtsvoller fahren und freue mich auf eine m?glichst fr?he und endg?ltige Schliessung der Halenstrasse .

ANDREAS RüETSCHI, Bern


ProLitteris / Gruber Ren?e: 1996-09-20

Freie Fahrt auf Halenstrasse

regierungsstatthalter / Die Halenstrasse zwischen Bern und seiner n?rdlichen Agglomeration bleibt offen. rg. 

rg. Sieg f?r die Gegner der vom Berner Gemeinderat im September 1995 verf?gten Schliessung der Halenstrasse : Bereits einen Monat nach der Schliessung musste die Strasse wieder freigegeben werden, weil Regierungsstatthalter Sebastian Bentz gegnerischen Beschwerden aufschiebende Wirkung zugestanden hatte. Nun hat Bentz diese Beschwerden gutgeheissen und damit ?ber die eigentliche Schliessung befunden. Bentz kommt zum Urteil, dass die Gemeinderatsverf?gung aufzuheben ist, wie aus dem Entscheid hervorgeht, den Grossrat Alfred Marthaler (SVP) als einer der Beschwerdef?hrer gestern nachmittag an die Medien ?bermittelte. Bentz selber war telefonisch nicht mehr zu erreichen.




-> Der Bund: 1996-09-21

kurz berichtet

Halenstrasse Gegen ?ffnung 
bst. Die Halenstrasse bleibt definitiv offen (siehe ?Bund? von gestern). 

Junges Bern Freie Liste (JBFL) und die IG Velo fordern nun den Gemeinderat auf, den Entscheid des Regierungsstatthalters anzufechten. ?Das Bed?rfnis nach uneingeschr?nkter Fahrt? werde h?her bewertet als ?die Aufwertung eines wichtigen Naherholungsgebietes?, schreibt JBFL in einem Communiqu?. Die IG Velo ist ?emp?rt?, dass ?die Sicherheit der Velofahrenden? weniger z?hle als die ?Bequemlichkeit? der Autofahrer?. 


Der Bund: 1996-10-11

Halenstrasse : Bern nimmt einen neuen Anlauf

BREMGArtenwald

msu/sda. Im mittlerweile langj?hrigen Rechtsstreit um die Schliessung der Halenstrasse gibt der Gemeinderat der Stadt Bern klein bei - und nimmt zugleich einen neuen Anlauf.

So akzeptiert er den vor zwei Wochen gefallenen Entscheid des Regierungsstatthalters, dass die Strasse durch den Bremgartenwald offen bleiben muss. 33 Beschwerdef?hrer aus den Gemeinden Bremgarten und Kirchlindach hatten sich gegen eine Schliessung f?r den motorisierten Privatverkehr zur Wehr gesetzt.

Statthalter Sebastian Bentz gab ihnen recht, weil gem?ss einem Beschluss der Kantonsregierung von 1973 vor einer Schliessung der Neufeld-Zubringer zur Autobahn fertigzustellen sei. Zudem m?sse die Schliessung mit einer Renaturierung verbunden sein; es gehe nicht an, die Strasse nur f?r den privaten Verkehr zu sperren, Postautos, Taxis und Velos aber weiterhin durchfahren zu lassen.

?Ein Weiterzug hat keine Chance?, begr?ndete Polizeidirektor Kurt Wasserfallen den Verzicht auf den Gang vor Verwaltungsgericht.

Zum andern l?sst der Gemeinderat nun aber die vollst?ndige Schliessung pr?fen: Das Fahrverbot soll auch f?r Postautos und Taxis gelten, die Strasse soll renaturiert werden.

Untersucht werden m?ssten auch die Auswirkungen auf die Br?ggbodenstrasse, auf welcher sich dann der gesamte Verkehr abwickeln w?rde, sagte Wasserfallen. Diese Strasse, die von der Halenbr?cke zur Autobahnausfahrt Neufeld f?hrt, ist an gewissen Stellen zu schmal f?r Postautos.

Abkl?ren muss die Verwaltung vor allem die Kosten eines m?glichen Ausbaus der Br?ggbodenstrasse.

Ob der Gemeinderat danach die Halenstrasse wieder schliessen will, wie er es in einem Versuch getan hatte, ist nach Wasserfallen noch offen. ?Letztlich ist es eine Kostenfrage?, sagte der Polizeidirektor und erg?nzte: ?Und nat?rlich auch eine politische Frage.?